HODL- SPENDL - BUILDL

HODL- SPENDL - BUILDL

"Geld ist geprägte Freiheit."

Fjodor Dostojewski

 

Betrunken jemanden anzurufen ist selten eine gute Idee. Dies gilt auch für das Posten in Internetforen. Im Jahr 2013 proklamierte der User „GameKyuubi“ im Forum Bitcointalk „I am HODLING“. Eigentlich wollte er hold (engl. für be-/halten) schreiben. Doch wie es mit lustigen Tippfehlern manchmal so ist, blieb dieser hängen und ein neuer Leitspruch war geboren. Das Hodln konnte beginnen. Beim Hodln geht es darum, so viele Bitcoins wie möglich zu ergattern und zu halten. Warum? Weil Bitcoin das historisch erfolgreichste Investment ist, das man tätigen kann. Von Millicents zu teils fünfstelligen Euro-Beträgen für 1 BTC in zehn Jahren ist eine noch nie dagewesene Erfolgsgeschichte. Dem Hodler geht es aber nicht um Preischartbewegungen, sondern um das ökonomische Fundament hinter Bitcoin. Da die Bitcoin-Menge auf 21 Millionen begrenzt ist, muss der Wert steigen, während die Zentralbanken so viele Euros und Dollars drucken, wie sie nur können.

Eine Million Euro in Bitcoin sicher von Berlin zu einem Freund in Atlanta zu schicken, dauert zehn bis dreißig Minuten und kostet weniger als einen Euro. Versucht man das gleiche mit einer Banküberweisung, müssen viele Formulare ausgefüllt werden, man zahlt horrend Bankgebühren und der ganze Prozess kann Wochen dauern. Da man Banken auf lange Sicht nicht trauen kann, geht es dem Hodler auch um Eigenverantwortung. Not your Keys not your Coins (oder auf Deutsch: Nicht deine Schlüssel, nicht deine Münzen) ist das zweite Kredo eines jeden Hodlers. Nur wer die privaten Schlüssel zu seiner Wallet kontrolliert, verfügt über sein eigenes Geld. Daher ist es besonders wichtig, seine Bitcoins langfristig nicht auf zentralisierten Börsen zu speichern. Denn die Geschichte der Bitcoinbörsen zeigt, dass man diesen genauso wenig wie den regulären Banken trauen kann. Der beste Weg, um seine Coins zu hodln, ist die Nutzung eines Hardware-Wallets. Das sind spezielle elektronische Geräte die ausschließlich zum Speichern von Bitcoin und anderen Kryptowährungen konzipiert wurden. Man kann Sie sich wie einen kryptografischen Safe für die Hosentasche vorstellen. Ihn zu finden, ist nur eine Internetsuche entfernt. Ganz sicher geht man, wenn man diese Geräte direkt beim Hersteller bezieht.

Wem schnödes Horten nicht reicht, der kann selbst Bitcoin verdienen. Ein Unternehmen zu führen oder selbständig auf Honorarbasis zu arbeiten, kann hart sein. Warum sich nicht in Bitcoin bezahlen lassen? Jede Dienstleistung, die man selbst erbringen kann, bietet man einfach für Bitcoin an. Beim Buildln geht es zum einen darum, weitere Akzeptanzstellen zu schaffen und zum anderen darum, Bitcoin zum besten Preis einkaufen zu können. Da man die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert, obliegt es dem Unternehmer, den Umrechnungskurs festzulegen. Auf Börsen oder an Bitcoin-Automaten kann man niemals den aktuellen Marktpreis erhalten. Der Kryptounternehmer (auch Cryptopreneur genannt) hingegen hat die volle Kontrolle. Ein weiterer Pluspunkt fürs Buildln ist die Gratiswerbung, die man von der Bitcoin-Community erhält.

Hodln klingt super, oder? Einfach kaufen, abwarten und dann irgendwann Lamborghini fahren. Doch was würde eigentlich passieren, wenn jeder Bitcoin-Nutzer nur Hodlt? Welchen Wert hat eine Währung, die nicht als Zahlungsmittel genutzt wird? Welchen Wert messen Unternehmer einer Kundschaft bei, die lieber auf ihrem Geld sitzt bis zum Tod, als etwas auszugeben? Damit sich Bitcoin nicht nur zu einem neuen Finanzderivat für Großinvestoren entwickelt, ist es daher essentiell, seine Coins auch einmal auszugeben.

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