Der Ursprung von Geld

Der Ursprung von Geld

 

"Die Auswahl der als Geld verwendeten Güter, ihre Gestalt und Form, bleiben in einer freien Gesellschaft der willkürlichen Entscheidung freier Individuen überlassen." 

Murray Newton Rothbard, Ökonom

 

Wir verwenden es täglich – egal ob bar oder per Kartenzahlung. Doch was sind eigentlich die Eigenschaften von Geld? Wodurch bekommt es einen Wert? Wie hat es sich entwickelt und warum lohnt es überhaupt, sich darüber Gedanken zu machen? In der Geschichte der Menschheit spielte Gold zwar seit der Frühzeit eine enorm wichtige Rolle, aber es war nicht der erste Wertspeicher. Die ersten Belege von Naturalgeld in Form von Tierzähnen, Salz, Fellen oder Muscheln gehen noch weiter zurück als jene von Schrift. Die Geschichte des Geldes birgt viele interessante Einblicke, die helfen auch Bitcoin besser zu verstehen.

Der Ursprung von Geld Geld ist im Grunde eine Abstraktion von Wert. Wenn eine Person ein Produkt besitzt oder herstellt, das andere Personen erwerben möchten, erhält dieses Produkt seinen Wert. Will jemand das Produkt kaufen, so muss er etwas Gleichwertiges zum Tausch anbieten. Hier kommen wir zum Problem der doppelten Übereinstimmung der Wünsche. Vielleicht hat der eine nur ein Brot als Tauschmittel, der andere benötigt jedoch Milch. Da die Wünsche der beiden Tauschpartner selten übereinstimmen, braucht es ein Medium, das beide als wertvoll erachten und das sie jederzeit wieder ausgeben können. Dazu müssen Werte in transportable und klein teilbare Objekte transformiert werden. In der Arbeitswelt stellt der Angestellte seine Zeit dem Arbeitgeber zur Verfügung und erhält im Gegenzug Geld. Da niemand möchte, dass diese in Geld gespeicherte Zeit manipuliert oder entwertet wird, hat jeder ein Interesse daran, eine möglichst gute Form von Geld zu nutzen. Gutes Geld erfüllt drei Zwecke:

  • Es dient als Wertspeicher.
  • Es vereinfacht als Tauschmittel den Handel.
  • Es ermöglicht als Recheneinheit, Werte in Zahlen zu erfassen.

Bislang konnte noch keine Form von Geld alle drei Zwecke gleichzeitig gut erfüllen. Um zu verstehen warum, muss man sich nur einmal verschiedene Formen von Geld im Laufe der Geschichte ansehen. Am Anfang von Geld stand der einfache Tauschhandel. Frühe menschliche Zivilisationen handelten ihre Produkte, was für alle einen Mehrwert bot. Während einige Völker einen besseren Zugang zu Fisch hatten, so hatten andere fruchtbaren Boden, um Getreide anzubauen. Beide hatten zu viel des einen und zu wenig des anderen. Während dieser Handel an sich bereits Vorteile bot, so begann der Homo Sapiens früh mit einem anderen sonderbaren Verhalten. Er begann seltene und spezielle Gegenstände wie Steine, Muscheln oder Tierzähne zu sammeln.

Nick Szabo argumentiert in seinem brillanten Essay Shelling Out – The Origins of Money, dass dieses Sammeln von Gegenständen aufgrund ihres symbolischen Wertes ihm einen klaren evolutionären Vorteil gegenüber seinem nächsten biologischen Konkurrenten, dem Neandertaler, bot. Denn dadurch gab er den Gegenständen einen Wert, der an andere weitergegeben werden konnte. Diese Sammlerstücke dienten in paläolithischer Zeit größtenteils zur Wertaufbewahrung und dem Vermögenstransfer zwischen Generationen, ähnlich wie es heute Erbstücke tun. Jedoch brachten sie später im Handel auch Vorteile, indem sie das Problem der doppelten Übereinstimmung von Wünschen lösten. Jetzt konnte ein Fischer seine Fische gegen Tierzähne verkaufen und diese Tierzähne nutzen, um ein weiteres Gut zu erwerben, das ihm einen Nutzen brachte.

Die erste Form von Geld war geboren. Dieses Geld hatte schon damals die Eigenschaft, dass es rar sein musste. Wären diese Sammlerstücke einfach zu finden gewesen, so hätten clevere Menschen einfach mehr davon gesammelt (oder produziert), was den Wert der Gegenstände jedoch wieder vernichtet hätte. Während diese primitiven Formen von Geld also ein guter erster Schritt waren, um menschliche Kooperation zu erleichtern, hatten sie auch einige Nachteile. Erstens war nicht jeder Tierzahn oder Feuerstein gleich groß und schön, was bedeutete, dass die Geldeinheiten nicht gleich wertvoll waren. Zweitens waren diese frühen Formen von Geld kaum teilbar in kleinere Einheiten, was bedeutete, dass der Kauf von einem Gut mit kleinerem Wert als das Sammlerstück schwierig war.

Im weiteren Verlauf der Geschichte gab es noch eine Vielzahl anderer Formen von schlechtem Geld: Kühe waren zwar mobil aber kaum teilbar und nicht sehr langlebig. Salz wiederum war zwar sehr gut teilbar, doch konnte es im Laufe der Zeit immer einfacher hergestellt werden. Das machte Salz zu einem ungeeigneten, weil inflationären Geld. Die Suche nach einer besseren Form von Geld mündete etwa 5.000 v. Chr. in der Adoption von Gold.

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